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Transtirol Tag 6 Dieser Track ist zertifiziert. Mountainbike Höhenmeter:
2318 Meter
Länge:
79.13 km
Dauer:
650 min
Höhenprofil
Detailinfos zum Track (0 Bewertungen)

Transtirol Tag 6

Mountainbike Tracktyp:Mountainbike
Land:Italien - Trentino-Südtirol
Höhenmeter:2318 m [Max/Min: 2055/548 m]
Speed:keine Angabe
Tracklänge:79.13 km
Trackdauer:650 Minuten
Schwierigkeit:leicht
Aufrufe:414 Clicks
Downloads:9 Clicks
Das Profil von schymik öffnen
BESITZER:
schymik
Kurzbeschreibung:
vom Vigiljoch über das Glanzer Joch nach Tuenno und in die Brenta
Auflistung der Orte:
Vigiljoch
Rauchbüel
St. Pankraz
Spitzner Alm
Glazner Joch
Laurein Alm
Brezer Joch
Mte Ozol
Lago Cles
Tuenno
Lago di Tovel
Track Beschreibung:
Wütend erhebe ich meinen rechten Arm und drohe diesem Berg mit der Faust. Uns war ja schon bei der Tourplanung klar, dass der heutige Tag nach den grandiosen Trails der letzten Tage nicht so der Bringer sein wird. Aber dass die ganzen Abfahrten derart sinnlos auf Schotter verlaufen würden und wir fast jeden Höhenmeter so völlig spaßfrei vernichten würden, das war weder geplant noch gewollt. Ja da steht er nun, dieser Monte Ozul. Ein völlig überflüssiger Berg, um den man bei einer Alpenüberquerung getrost einen großen Bogen machen kann.
Dabei hat der Tag heute morgen gar nicht so schlecht begonnen. Zwar war das erwartete Dolomitenpanorama von Dunst und Wolken verhüllt, aber die Stimmung passte zu den Trails auf und über die Rauherbühl bis hin zur Staffleralm. Bergauf gerade noch so fahrbar, bergab zum Teil schön erodiert und tricky, so wie es uns eben gefällt.An der Alm stehen ein paar schöne langhaarige Hochlandrinder rum. Wir fahren zwischen ihnen hindurch.

Ab der Alm dann ganz unerwartet eine extrem steile und anspruchsvolle Abfahrt ins Ultental. Dann hangeln wir uns lange am Hang entlang, entdecken noch einen hoch über dem Tal verlaufenden Schotterweg und ersparen uns einige Höhenmeter in Richtung St. Walburg. Gut den einen, ca. 200 Höhenmeter langen Gegenanstieg haben wir bei der Planung übersehen, aber es gibt Schlimmeres. Frank nutzt die Gelegenheit sich ein verbissenes Rennen mit einem Tourenradler zu geben.
Nach der Überquerung der Staumauer ist erst einmal Schotterweg hoch drücken angesagt. 700 Höhenmeter hinauf zur Spitzenalm. Inzwischen verziehen sich die Wolken und der Weg geht in einen Trail über. Glanzer Joch soll der Übergang heißen. Dieser Name ist weder auf der Karte eingezeichnet, noch vor Ort wirklich als Pass zu erkennen. Vielmehr folgt man einem Höhenweg bis zur Gampenalm. Irgendwo dazwischen ist wohl der Pass. Wir rasten auf einer Bank, verspeisen unten im Tal gekauften Käse, Wurst und Brot. Evtl. steht auch genau diese Bank auf dem Joch, wer weiß es. Nach der Alm geht es weiter auf einem Trail, immer wieder auf und ab, zum Teil von Kühen zertrampelt, dann wieder gut fahrbar. Immer wieder sind steile Gegenanstiege schiebend zu bewältigen. Am Hofmahdjoch endet diese wenig effektive Fortbewegung. Mir liegt ständig der Song auf den Lippen: „Das ist die versteckte Welle, und die den ganzen Tag“. OK, das war im Original etwas anders, aber zu dem was wir hier treiben passt es ganz gut.
Die nächsten paar Meter fahren wir auf einem Schotterweg. Dann biegen wir ab in Richtung Laureiner Alm. Der Trail ist zunächst völlig unfahrbar, wird aber schnell besser und macht stellenweise sogar Spaß. Doch auch hier sind viele versteckte Wellen und kleine Gegenanstiege zu überwinden. Zudem ist nun in dem bewaldeten Gebiet von Panorama keine Spur mehr vorhanden. So richtiges Alpencross-Feeling will heute einfach nicht aufkommen. Im heimischen Mittelgebirge würden wir uns über den Trail hier sicherlich freuen, aber hier nicht. Daher sind wir ganz froh, als wir schließlich die Malga di Brez erreichen und dort einen Jeep stehen sehen. Die Freude währt nur kurz, denn die nun folgende Abfahrt verläuft völlig unspektakulär auf einem Schotterweg. Wir queren das Brenzer Joch, ein Straßenpass, der genau von Ost nach West verläuft, während wir ja von Norden nach Süden fahren. Hier verzetteln wir uns trotz GPS Track kurz in den zwei von 3 möglichen Abzweigen. Doch schnell ist der richtige Weg gefunden und wir fahren hoch über dem Talgrund in Richtung Monte Ozol. Wir erreichen den Passo Gioval. Die letzten 200 Höhenmeter im Kiefernwald sind auch schnell überwunden, dann stehen wir auf dem Monte Ozol. Wir sind gespannt auf die Abfahrt. Über 900 Höhenmeter Downhill hinab nach Cles. Pustekuchen! Schon nach wenigen Metern endet der Trail und wir stehen auf einem Schotterweg. Ja wie, abfahren hier? Das geht doch mal ganz und gar nicht. Die Karte zeigt nur diese eine rote Linie. Aha, dies bedeutet Schotterweg, langweilig! Wir fügen uns in unser Schicksal und fahren notgedrungen ab. Eine paar wenige Serpentinen können wir noch auf einem steilen Nebenweg abkürzen, dann stehen wir an den Sendemasten. Einzige Abwechslung auf dieser unschönen Abfahrt ist ein abgebranntes Stück Wald.


Kurzzeitig wird so der Blick frei auf den Lago die Cles. Auch die verkohlten Bäume sehen ganz interessant aus. Unten in Revo angekommen machen wir uns auf der Straße auf den Weg in Richtung Brücke. In einer Kehre finden wir noch eine Bar. Schnell stärken wir uns mit ein paar Panini belegt mit deftiger Salami. Dazu eine Cola. Der freundliche Barbesitzer führt auf unsere Bitte hin noch ein Telefonat mit dem Albergo Miralago oben am Lago die Tovel. Somit ist auch für heute die Übernachtung gebucht. Uns trennen aber noch 25 km Strecke und über 600 Höhenmeter von diesem Ziel. Das könnte knapp werden, die Ankunft bei Tageslicht ist bereits jetzt in Frage zu stellen.
Die Straßenkilometer bis Tuenno sind wie erwartet ätzend. Erst als wir den kleinen Abzweig am Ortsende passiert haben wird es ruhiger. Wir machen uns auf hinein in das Herz der Brenta zu fahren. Auf der kleinen Straße ist natürlich heute Abend nichts mehr los. Sie führt zunächst relativ flach am Bach entlang, um sich dann immer wieder in steilen Serpentinen nach oben zu arbeiten. Zunächst gelingt es mir an Franks Hinterrad zu kleben. Bald sind Michael und Günter hinter uns nicht mehr zu sehen, dann hängen wir auch Klaus noch ab. Irgendwann ist auch bei mir Schluss und ich muss Frank ziehen lassen. Keine Schande, wiegt doch sein Bike über 4 kg weniger als meines. Als ich oben ankomme wartet er schon an Parkplatz. Wir beschließen gleich bis zum Albergo durchzufahren. Inzwischen dämmert es. Wir bestellen gleich bei der Ankunft 5 Bier, so dass unsere Gefährten, die nur wenige Minuten nach uns eintreffen, gleich ihren Durst löschen können.
Nach dem Duschen genießen wir eine leckere und üppige bestückte Grillplatte, serviert auf einem heißen Stein. Nicht jeder Tag ist ein Trailtag, aber wenn er so endet ist ihm noch einmal verziehen.
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